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Gymnasium Dingolfing wurde Bundessieger beim Schulwettbewerb
"Pack's an - gemeinsam geht's schlauer"

"Pack's an - gemeinsam geht's schlauer" - das war das Motto von rund 250 Schülerteams, die dieses Jahr am RWE-Schulwettbewerb zur Energieeffizienz teilgenommen haben. Aufgabenstellung des Wettbewerbs war es, in der Gruppe kreative Aktionen zu entwickeln und umzusetzen, die das Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler für das Thema Energieeffizienz sensibilisieren.

Die Teilnehmer des Gymnasiums Dingolfing, das P-Seminar Physik mit dem Thema „Wie viel Mensch verträgt die Erde“ unter der Leitung von Herrn Faltin, konnten mit ihrem Projekt „Energieeffizienz - wahrgenommen mit allen Sinnen“ bereits eine Jury aus Vertretern der Bereiche Bildung, Energiewirtschaft, Politik und Medien überzeugen und reisten daher bereits als Regionalsieger für Bayern gespannt zur Preisverleihung am Montag, den 21. 06. 2010, nach Recklinghausen, wo unter diesen regionalen Preisträgern die Bundessieger des Wettbewerbs bekannt gegeben wurden.

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Während Herr Bernd Böddeling, Vorstandsmitglied der RWE Rheinland Westfalen Netz AG, die Laudatio der Bundessieger der einzelnen Jahrgangsstufen hielt, waren alle Beteiligten völlig sprachlos und überwältigt, als sich zu erkennen gab, dass das Projekt „Energieeffizienz - wahrgenommen mit allen Sinnen“ gerade als Bundessieger der Sekundarstufe II geehrt wurde.

Stolz nahm die Gruppe die Begründung der Jury auf: „Die Klasse hat das Lernen an Stationen vorbildhaft umgesetzt. Von allen Juroren gab es die höchstmögliche Punktzahl für Aktionscharakter, Eigeninitiative und Teamarbeit. …“

Im Laufe des Projektes entstanden mehrere Stationen und Informationsstände rund um das Thema „Energiesparen“, die im Rahmen einer Ausstellung sowie während der Schnupperstunden für unsere künftigen Fünftklässler am Dienstag, den 27. April 2010, präsentiert wurden. Dem Besucher der Ausstellung wurde in unterschiedlichsten Bereichen energieeffizientes Verhalten aufzeigt. Da mit allen Sinnen die Problematik der Energieverschwendung nachvollzogen werden kann, gelang es nachhaltig zu überzeugen, eben dieses auch umzusetzen.

Eine Station demonstriert die Effizienz von Niederenergielampen zu normalen Glühlampen. Hier kann entweder an einem Handkurbelgenerator oder einem umgebauten Fahrrad der benötigte Strom für die Beleuchtung erzeugt werden. Die Überraschung bei allen Beteiligten war wirklich groß, wie viel mehr Arbeit man verrichten muss, um eine normale 230 Volt Glühlampe mit bis zu 40 Watt zu betreiben als eine Niederenergielampe gleicher Lichtleistung. Die häufigste Frage „Wohin geht denn die Mehrarbeit?“ lässt sich beim Temperaturvergleich der beiden Lampen schnell erspüren.
Verwundert musste das Projektteam feststellen, dass viele der Besucher trotz des Energiesparpotentials und der damit verbundenen Kostenersparnis dennoch von der Qualität einer Niederenergielampe nicht gänzlich überzeugt waren. Viele bringen den Einwand, dass die Lampen nicht sofort zünden, bläulich ungemütliches Licht erzeugen und die Lichtausbeute geringer ist. In unserer Gegend scheint der Ruf dieser Lampensorte noch nicht der Beste gewesen zu sein.

Eben diese Personen konnten sich bei einem Direktvergleich verschiedener Niederenergielampen mit Softlicht, Schnellstart und integriertem Nachtlicht fürs Kinderzimmer selbst informieren, was bereits technisch auf dem Markt ist. Hier zeigte sich, dass die meisten beim Kauf ihrer Lampen den Griff zum billigsten Angebot machen und somit bisher das falsche Modell für ihren Verwendungszeck eingekauft haben. Unsere beiden Verkaufsprofis wurden allseits für ihre tolle Produktwerbung gelobt. Viele der Besucher haben sich gleich die Lampentypen notiert, um sich hoffentlich endlich das richtige Modell zu besorgen. Eigentlich sollte man für diese gute Überzeugungsarbeit den Schülern eine Verkaufsprovision gewähren.

Ihr schauspielerisches Talent setzten die beiden ebenso gewinnbringend bei der Demonstration ihrer Energiespartipps für den Haushalt ein. In einem Puppenhaus sind für jeden Wohnbereich praktikable Sparvorschläge angebracht. In der Diskussion mit den Besuchern zeigte sich, dass mancher Rat zwar schon bekannt ist, jedoch nicht umgesetzt wird, da der Sinn dahinter nicht verstanden ist (z.B. Auftauen von Speisen im Kühlschrank, erst abgekühlte Speisen in den Kühlschrank geben, … ). Die meisten Besucher nahmen sich gleich zur Gedächtnisstütze den hierfür selbstentworfenen Flyer mit eben diesen Spartipps mit. Um die Breitenwirkung zu verstärken, wurden von diesen Schülern auch Sparvorschläge auf einem Merkblatt für unsere Schule zusammengestellt, die über einen Rundbrief an alle Klassen weitergeleitet wurden.

An einer anderen Station konnten die Mitschüler das richtige Lüftungsverhalten, auf das im Merkblatt eindringlich hingewiesen wird, in einem Modellversuch nachprüfen. Hierzu wurden mehrere beheizbare Häuschen aus Dämmmaterial aufgebaut. Es zeigte sich, dass man bei dauerhaft geöffnetem Fenster erheblich mehr Heizleistung als beim Stoßlüften benötigt, um die gleiche Zimmertemperatur wieder zu erreichen.

Leider treten beim direkten Luftaustausch immer noch erhebliche Energieverluste auf. Diese zu minimieren war das Ziel einer anderen Gruppe. Aus einem alten LKW-Luftkühler und einigen Computerlüftern wurde ein Luftwärmetauscher aufgebaut. Die Anlage konnte noch während der Frostperiode in Betrieb genommen werden und zeigte, dass dieser doch eher einfache Aufbau bereits eine Wärmerückgewinnung von bis zu 70% aus der Abluft aufweist. Mitschüler ebenso auch die Besucher waren von dieser genial einfachen Idee fasziniert. Nachfragen, ob solche Anlagen auch für den Wäschekeller in der Winterszeit geeignet wären, zeigten, dass die Besucher zum Nachdenken über ihr eigenes Verhalten angeregt wurden. Der erste Schritt zum nachhaltigen Energiesparen scheint somit getan.

Stationen zur Wärmeisolation von Heizungs- und Wasserrohren, zur Auswahl der geeigneten Kochquelle sowie zur Energiegewinnung mit ihren Auswirkungen auf unsere Umwelt rundeten die Ausstellung ab. 

Über 350 Personen haben die Möglichkeit genutzt unsere Ausstellung zu besuchen. Die Resonanz des Publikums viel hervorragend aus, da für jedes Alter passende Elemente in der Ausstellung vertreten waren.

Ein besonderes Lob gilt allen Projektteilnehmern, die teils mit viel Elan, Kreativität sowie enormen Arbeitseinsatz zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Faltin Stefan

 
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