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Nicht nur William Shakespeare ließ sich von den in der Überschrift genannten Themen inspirieren, auch die Oberstufen-Theatergruppe begab sich auf eine Reise, die sie während der langen Probenzeit durch sommerliche Nächte und Träume führte, obwohl draußen vor den Fenstern strenger Winter herrschte und das wärmende Frühjahr heuer so gar nicht pünktlich hereinbrechen mochte. Am Ende aber, nach all dem Träumen und sommerlichen Sehnen, konnten Spieler, Spielerinnen und Publikum dennoch hoch zufrieden sein, mit dem, was in 75 Minuten Spielzeit auf der Aula-Bühne zu sehen und mitzuerleben war.
Ende März im Rahmen der Jugendkulturtage fand die zurecht umjubelte und hoch gelobte Premiere des „Sommernachtstraum“ statt und alle, die dabei gewesen waren, freuten sich über einen völlig neuen Zugang zu Shakespeares Komödie. Als „Szenen- Collage“ angekündigt entpuppte sich die Inszenierung als eine flirrendes und fließendes Ineinander von Bildern und Texten, von Pantomimen und Rezitationen; Prosa, Lyrik und Drama verwoben sich zu einem träumerisch leichten, höchst amüsanten und stets originellen Gesamtkunstwerk, das die Beteiligten auf höchster Niveau-Stufe präsentierten.
Das Bühnenbild und die musikalische und optische Gestaltung waren harmonisch aufeinander abgestimmt, was auf die richtungsweisende und am Gymnasium Dingolfing seit Jahren betriebene, hervorragende Zusammenarbeit der Fächer Kunst, Musik und Dramatisches Gestalten zurückgeht.
Die Bühnentechnik beherrscht das Techniker-Team, welches sich permanent selbstständig aus- und fortbildet, so sicher, dass man sich beim Betrachten der langsam und überlegt gezogenen Lichtwechsel, dem präzise geplanten Einblenden und dem fast unmerklichen Faden der einzelnen Musikstücke immer wieder bewusst machen muss, wie viel Genauigkeit, Gefühl und technischer Sachverstand dahinter stecken, um solche Präzision trotz scheinbarer Leichtigkeit erzeugen zu können. Den Schülern der 11. bis 13. Jahrgangsstufe, welche diese höchst diffizile Arbeit Jahr für Jahr bewerkstelligen, gebührt höchster Respekt.
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Genauso unauffällig wie unentbehrlich war die Arbeit der jungen Damen in Maske und Requisite. Sie sorgten für die perfekte Schminke, den Sitz der Kostüme und dafür, dass jedes Requisiten-Teil auch immer genau dort lag, wo die Schauspieler es benötigten. Hierzu waren im Vorfeld viele Einkäufe, Planungen und während der Proben genaues Timing und gute Nerven nötig, wurde die „Maske“ doch häufig auch als „Sorgenkammer“ benutzt, wo sich Spieler oder Spielerinnen vom Probenfrust erholten oder mal Dampf ablassen konnten, wenn der Bühnen-Partner seinen Text immer noch nicht gelernt hatte.
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Die Spielerinnen und Spieler selbst waren heuer nicht nur als Akteure auf der Bühne sondern auch als Autoren der eigenen Spieltexte zu bewundern. Wesentliche Teile der Traumsequenzen hatten sie selbst geschrieben und in eine bühnenwirksame Sprache geformt. Auch die Bearbeitung des Shakespeareschen Originals griffen sie mutig und ohne Scheu an. Die schauspielerischen Leistungen bewegten sich an der obersten im Schultheater erzielbaren Grenze. Voller Engagement und ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten forcierten die Schülerinnen und Schüler das Gruppen-Spiel, sprachen überaus präzise und bewiesen ihre Ausdrucksfähigkeit in den kurzen Soli. Besonders beeindruckend erwies sich das Zusammenspiel in den exakt choreographierten Gruppen-Szenen, wo ein unglaubliches Maß an Perfektion und Überzeugungskraft erreicht wurde.
Das neben den betreuenden Lehrern aus 38 Schülerinnen und Schülern bestehende Team hatte eine gewaltige Arbeitsleistung zu vollbringen, bevor der „Sommernachtstraum“ auf die Bühnenbretter gestellt war. Und dass es heuer ein Stück ohne eigentliche Hauptrollen zu sehen gab, haben wohl nur die wenigsten Zuschauer bewusst gemerkt, spielte doch die gesamte Gruppe selbst die beste Hauptrolle, die man sich vorstellen konnte.
Schade ist, dass die örtliche Presse trotz rechtzeitiger Einladung diesem besonderen kulturellen Ereignis nur wenig Beachtung schenkte. Ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Schulwesen, die sehr wohl wissen, welche großartigen Theaterabende das Gymnasium Dingolfing seit vielen Jahren seinen Zuschauern bietet.
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